Annick Hus

Investigating wildlife, animals and power

Österreichs rabiate Wolfs-Bekämpfung : „Schießen, schaufeln, schweigen“

Heimische Politiker und Bauern-Lobbyisten machen vehement Druck in Brüssel, um zu erreichen, dass die seltenen Tiere leichter abgeschossen werden können. Warum bloß?

Für viele war der 5. Juni ein Tag zum Feiern. Stephan Pernkopf (ÖVP) zum Beispiel, Landeshauptfrau-Stellvertreter in Niederösterreich, sprach von einer guten Nachricht „für die Sicherheit Österreichs“. Der Vorsitzende des Bauernbundes, Georg Strasser, sagte: „Der Wolf ist längst nicht mehr vom Aussterben bedroht, unsere Almwirtschaft hingegen schon.“ Doch die Politiker bejubelten nicht den Weltumwelttag, der Anfang Juni gefeiert wird, sondern die Entscheidung des EU-Ministerrats, den Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzustufen.

Jahrzehntelang hatte Europa die Rückkehr des Wolfes als Erfolgsgeschichte gefeiert. Strenge Gesetze ermöglichten es dem Tier, Regionen wieder zu besiedeln, in denen es lange Zeit ausgerottet war. Heute gibt es etwa 21.500 Wölfe in der EU. 2012 waren es noch 12.000. Doch im Jahr 2022 begann sich die politische Stimmung zu wandeln. Nicht zuletzt wegen Österreich.

Und das, obwohl hier nur acht Wolfsrudel leben. Obwohl Daten rar und die Überwachung lückenhaft ist. Wie konnte das Land so einflussreich werden? Und wie blicken andere Staaten auf die Alpenrepublik?

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